Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband e. V. - Interner Bereich

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WIR – Das Monatsmagazin für ein SINNvolles Leben wendet sich an alle, die in ihrem Leben Orientierung, Perspektive und Sinn suchen.
Das Evangelium von Jesus Christus setzt einen stabilen, tragfähigen Kontrapunkt inmitten vieler Stimmen. Es gibt Wertmaßstäbe und Wegweisung, Mut, Zuversicht und tragfähigen Trost. So erfährt man auch Hilfe für die praktischen Fragen des Lebens.

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Aktuell - Nr. 5, August/September 2010

Gnadauer Internet-Seiten: Neugestaltung

 

Die Gnadauer Internet-Seiten www.gnadauer.de haben seit dem 1. Juni  ein neues „Gesicht“ bekommen. Der Internetauftritt wurde umfassend neu gestaltet. Grundlegende Informationen über den Gnadauer Verband und die Gemeinschaftsbewegung, Auszüge aus dem Gnadauer Magazin „WIR“, Einblicke in die Tätigkeit der Gnadauer Arbeitskreise – und vieles andere findet man dort! Vor allem können Sie auch den Gnadauer Newsletter abonnieren, so dass Sie zukünftig monatlich regelmäßig Informationen per Mail aus dem Gnadauer Raum bekommen.

 

Brasilien: Neuer Exekutivdirektor gewählt

 

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der „Missão Evangélica União Cristã“ (MEUC) am 25. April 2010 in São Bento do Sul wurde Missionar Carlos Alberto Kunz aus Ijuí als neuer Exekutivdirektor des Gemeinschaftsverbandes gewählt. Die MEUC ist die brasilianische Partnerarbeit der deutschen „Gnadauer Brasilien-Mission“. Gegenwärtig ist in der Leitungsaufgabe Missionar Hans Fischer tätig. Seine Amtszeit läuft im nächsten Jahr aus; im April 2011 wird es zum offiziellen Amtswechsel kommen. In den verschiedenen Arbeitsbezirken der MEUC in den brasilianischen Bundesstaaten St. Catarina, Rio Grande do Sul und West Parana sind über 50 Missionare tätig; hinzukommen mehrere diakonische Einrichtungen und eine theologische Hochschule in São Bento do Sul. Ehrenamtlicher Versitzender der MEUC ist der Bauunternehmer Erno Dietterle, São Bento do Sul. Die Geschäftsstelle der GBM befindet sich in Schwieberdingen und wird von Pfarrer Gottfried Holland geleitet.

 

Stiftung Marburger Medien: Wechsel in der Leitung

 

In der Leitung der Stiftung Marburger Medien ist es zu personellen Veränderungen kommen. Das Kuratorium wählte am 20. Mai 2010 einen neuen Vorstand, dem zukünftig vier statt drei Personen angehören. Der geschäftsführende Vorsitzende der Stiftung, Jürgen Mette aus Marburg, wurde wiedergewählt. Er leitet seit 1997 die Medienarbeit, damals „Marburger Blätter-Mission“, die seit 2002 die Bezeichnung Stiftung Marburger Medien trägt und zum DGD-Netzwerk gehört. Neu im Vorstand sind der Betriebswirt Harald Dürr, Darmstadt, Kirchenrat Dan Peter, Gomaringen, und Prediger Siegfried Winkler, München. Altersbedingt ausgeschieden sind nach achtjähriger Amtszeit Pfarrer Hermann Findeisen, Rektor a. D. des Diakonissen-Mutterhauses Hensoltshöhe in Gunzenhausen, und der Unternehmensberater Bernd Kritzler, München. Die Stiftung Marburger Medien verbreitet pro Jahr christliche Schriften in einer Auflage von etwa 18 Millionen Exemplaren. Zweigarbeiten gibt es in Frankreich, in Tschechien und in der Slowakei.

 

 Liebenzeller Mission: Reach-Einsätze gehen in die nächste Runde

 

Auch in diesem Sommer gibt es unter der Überschrift „reach“ in der Verantwortung der Liebenzeller Mission wieder einige jugendmissionarische Einsätze im deutschsprachigen Raum, konkret: vom 16.7.–1.8.2010 in Sachsen-Anhalt, vom 6.8.–22.8.2010 in Hessen, vom 6.8.–20.8.2010 in Mecklenburg-Vorpommern und vom 13.8.–29.8.2010 in Österreich. Auf einem Vorbereitungskongress werden die jungen Menschen herausgefordert, intensiv über Gott nachzudenken. Außerdem werden sie für die Einsätze geschult. Mitmachen können bei den Reach-Einsätzen Jugendliche im Alter von 14 – 21 Jahren, ab 21 Jahren kann man als Teamleiter mitwirken. Außerdem werden Kongresshelfer vor Ort benötigt. –
Weitere Informationen: Teens in Mission, Postfach 1240, 75375 Bad Liebenzell, Tel. 07052/17286, E-Mail: teensinmission[at]liebenzell[.]org
; Internet: www.teensinmission.de

 

Hessen-Nassau: Neue Vorsitzende gewählt

 

Bei der Delegiertenversammlung des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Hessen-Nassau am 8. Mai 2010 in Neukirchen/Knüll ist es zu Veränderungen im Vorstand des Verbandes gekommen. Als neuer ehrenamtlicher Vorsitzender des Verbandes wurde Rolf Stöckmann, Hanau, gewählt; als sein Stellvertreter Michael Haas aus Wiesbaden. Die Position des Vorsitzenden war seit 2006 vakant, als Erich Kimm, Schauenburg-Martinhagen, aus Altersgründen die Aufgabe abgegeben hatte. Rolf Stöckmann als stellvertretender Vorsitzender hatte seither die Funktion kommissarisch wahrgenommen. Hauptamtlicher Inspektor des Verbandes ist Norbert Held; Geschäftsführer Manfred Ehrke. Die Geschäftsstelle des Verbandes ist in direkter Nähe der EC-Tagungsstätte Knüllhouse in Neukirchen/Knüll.


Aus dem Inhalt

Wenn Christen Masken tragen

 

Umso tragischer empfinde ich, dass es auch unter Christen viele Maskenträger gibt. Es gibt das fromme Benehmen und den geistlichen Wortschatz, es gibt das freundliche Lächeln und die floskelhaften Phrasen, die andere durchschauen. Es gehört zur tragischen Seite der Geschichte des Pietismus, dass Frommsein immer wieder mit Heuchelei gleich gesetzt wurde. Vieles davon ist ein Klischee. Der Spott der Welt weidet sich genüsslich daran, vor Jahrhunderten genauso wie heute. Die Frage ist nur, welche Ansatzpunkte wir geben, dass dieses Klischee immer wieder neue Nahrung bekommt. Dabei sehnen sich unsere Zeitgenossen nach nichts so sehr wie nach Ehrlichkeit und Echtheit. Wenn ein Mensch offen auftritt und sagt, woran sein Herz hängt, wenn er also sagt, woran er glaubt und worauf er sich verlässt, dann wirkt das Wunder. Darauf liegt der Segen des missionarischen Zeugnisses. „Ihr werdet meine Zeugen sein“, hat Jesus gesagt. Die Kraft des Heiligen Geistes wird uns dabei begleiten. Dazu ist es aber zwingend nötig, dass wir ehrlich sind und unsere Masken ablegen. Als Apis in Württemberg haben wir darum eine missionarische Initiative entwickelt, die zu einer neuen Ehrlichkeit ermutigen will: die Initiative „Ich lebe gern“.

 

Initiative „Ich lebe gern“

 

Sie ermutigt einzelne Christen dazu, Menschen aus dem persönlichen Umfeld einzuladen und mit ihnen über wesentliche Lebensfragen ins Gespräch zu kommen. Ich weiß, das fordert heraus und das kostet Überwindung. Aber ohne diese Offenheit geht es nicht. Denn unsere Mitmenschen wollen nicht nur zu Veranstaltungen eingeladen werden, sie wollen ernst genommen und geliebt werden. Echtheit ist gefragt. Es kommt darauf an, dass wir offen und ehrlich die Tür unserer Wohnungen und unserer Herzen öffnen. Wenn wir so offen über wesentliche Lebensfragen reden, ergibt sich das Gespräch über Glaubensfragen von selbst. Wer aber mit Nachbarn und Kollegen nur übers Wetter redet, wird nie ein glaubhaftes Zeugnis weiter geben können.

 

Kleingruppen auf Zeit

 

Die Initiative „Ich lebe gern“ lädt darum dazu ein, auf begrenzte Zeit eine Kleingruppe zu gründen, etwa für fünf oder acht Abende. Das kann ein Hauskreis sein, eine Jugend-, Frauen- oder Männergruppe, vielleicht auch ein After-Work-Treffen von Kollegen. Jeder Teilnehmer bekommt das Buch zur Initiative. Darin geht es um wesentliche Fragen, etwa wie ich meine Beziehungen gestalte, wie ich meine Lebensberufung entdecke oder wie ich zu mehr Lebensfreude finde. Diese Fragen werden jeweils vom Evangelium her beleuchtet. Ein Begleitheft gibt Impulse dazu, wie diese Treffen gestaltet werden können. Mehr Infos dazu finden Sie unter www.ich-lebe-gern.info.
Freilich, auf dieses Material kommt es nicht an, es ist austauschbar, aber die Haltung ist entscheidend. Wir einzelne Christen sind gefragt, neu ehrlich zu werden mit unserer Hoffnung und mit unseren Zweifeln. Evangelisation ist nicht nur die Sache von Profis oder Konzepten. Mission ist zuerst und grundlegend ein Lebensstil. Wenn wir darauf warten wollten, bis wir selbst keine offenen Fragen mehr haben, werden wir nie missionarisch zu leben beginnen. Ehrlich unser Leben zu teilen, ist nicht schwer. Es kommt nur darauf an, dass wir damit anfangen.

„Wenn ihr in meinem Worte bleibt, seid ihr in Wahrheit meine Jünger und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8,31.32).

„Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten...“ (Johannes 16,13).

Es ist also der Heilige Geist, der uns im Namen Jesu in die ganze Wahrheit leitet. Von der Wahrheit umhüllt, wird der Mensch durch Jesus ins Wesen der Wahrhaftigkeit umgeprägt. Ein solcher Mensch „hat“ nicht die Wahrheit, sondern er „ist“ in der Wahrheit, er lebt, er existiert in ihr.

 

,,... das Böse in der Gestalt des Lichts“

Unsere Gegenwart ist eine Welt voller Fremd- und Selbsttäuschungen. Wie bei der Versuchung Jesu erscheint das Böse in der Gestalt des Guten. Wir sind in ein ideologisches Zeitalter eingetreten, nicht der großen, überwölbenden Ideologien wie des Kommunismus und des Nationalsozialismus; viel subtiler wird die Wahrheit unter dem Zeichen „politischer correctness“ vielfach verfälscht, ja bekämpft. Es gilt, was schon Dietrich Bonhoeffer feststellte, dass „das Böse in der Gestalt des Lichts, der Wohltat, des geschichtlich Notwendigen, des sozial Gerechten erscheint“. Es handelt sich um das endzeitliche Phänomen, das 2. Thessalonicher 2, 9-11 vorausgesagt ist. Der vom Satan inspirierte Gesetzesfeind zeigt sich: „Er wird mit großer Macht auftreten und trügerische Zeichen und Wunder tun. Er wird alle, die verlorengehen, betrügen und zur Ungerechtigkeit verführen, weil sie sich der Liebe zur Wahrheit verschlossen haben... Darum lässt Gott sie der Macht des Irrtums verfallen, damit sie der Lüge glauben.“

Die Lüge umgibt uns wie die Luft, die wir atmen.

 

Die Wahrheit wird verdreht

Da ist erstens das Manipulieren mit Tatsachen: Man schafft gezielt Fakten, um sich anschließend auf sie als leider unveränderliche Sachzwänge zu berufen. Dazu gehört auch, dass Gesetze dem gesellschaftlichen Trend angepasst werden, um gleichzeitig die Gesellschaft auf diesem Wege zu verändern. Als Beispiel sei auf die gesetzliche Gleichstellung homosexueller Verbindungen mit der Ehe verwiesen. Ungleiches wird für gleich erklärt. Die Wahrheit wird verdreht.

Zweitens werden Halbwahrheiten zur ganzen Wahrheit gemacht. Dies ist eine besonders verbreitete Weise, um Lügen als Wahrheit zu tarnen. Das einseitige Handhaben von Statistiken gehört hierher. Es heißt, die Renten seien sicher. Das stimmt. Fragt sich nur in welcher Höhe. Als weiteres Beispiel sei auf die Gender-Ideologie verwiesen. Hier wird die Teilwahrheit, dass Geschlechtsunterschiede durch soziale Rollen mitgeprägt sind, zur ganzen Wahrheit und Wirklichkeit erklärt. Es wird behauptet, die Unterschiede zwischen Mann und Frau seien ausschließlich sozialer Art. Darüber hinaus wird die These aufgestellt, dass es mehr als nur die beiden Geschlechter männlich und weiblich gibt, wie viele, ist Ansichtssache.

Schließlich ist auf verbreitete Faktenresistenz zu verweisen. Zuerst wurden die demographischen Probleme in unserem Land geleugnet. Dann wurde von den Ursachen abgelenkt, indem von Überalterung der Gesellschaft statt von Kindermangel gesprochen wurde. Schließlich wird interessegeleitet mit ungeeigneten Mitteln angeblich gegenzusteuern versucht. Jedenfalls wird der Beruf Hausfrau und Mutter diskriminiert und bei der Altersversorgung eklatant benachteiligt.

Die in großem Stil vollzogene Vermengung der Wahrheitsfrage mit Sonderinteressen führt zur Systemlüge. Dazu kann etwa auf die Bankenkrise verwiesen werden. Heuchelei muss nicht immer bewusst geschehen. Christen sind in vielfacher Weise in Systemlügen eingebunden, weil sie nicht außerhalb der Gesellschaft leben. Insbesondere wer in Politik, Wirtschaft oder gesellschaftlichem Leben Verantwortung trägt, wird häufig in die Schuldzusammenhänge der Systemlügen verwickelt. Ohne die Hilfe persönlicher Seelsorge, Austausch mit einem sachkundigen gläubigen Partner, Beichte und Sündenvergebung kann ein Christ in diesen Schwierigkeiten kaum bestehen.

 

Wahrhaftigkeit hat Ewigkeitsbedeutung

Auch im persönlichen Bereich, abgesehen von den Systemlügen, muss sich jeder Einzelne immer neu durch den Heiligen Geist in die Wahrheit leiten und zur Wahrhaftigkeit umwandeln lassen. Dazu gehört: Angst überwinden, Täuschungen bei sich selbst und anderen durchschauen, Übertreibung, Prahlen, Verleumdung, Klatsch und Schmeichelei unterlassen. Oft gilt es, einfach zu schweigen und dem Trend nicht zu folgen. In der „Postmoderne“, die behauptet, dass es Wahrheit nicht gibt, höchstens noch „deine Wahrheit“ und „meine Wahrheit“, gilt es, die „geistliche Waffenrüstung“ (Epheser 6,11.13) anzuziehen.

„Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächten und Gewalten, die Herren der Finsternis, den bösen Geistern unter dem Himmel“ (Epheser 6,12).

 

Wir halten fest: Auch wenn es heutzutage oft so scheint, als sei der Ehrliche der Dumme, gilt dennoch, ehrlich währt am längsten, das ist wirklich wahr, denn Wahrhaftigkeit hat Ewigkeitsbedeutung!

 

 

Täglich zu bedenken: Wahrheit und Liebe

 

Wahrheit ohne Liebe

kommt aus kalten Herzen.

Nur um Recht zu haben,

fügt sie Schmerzen.

 

Nur aus schwachen Herzen

kommt Liebe ohne Wahrheit.

Sie wollen nicht betrüben,

ihnen fehlt die Klarheit.

 

(Nach einem unbekannten Verfasser)