Wer wir sind
Der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband HEUTE:
Der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband ist die Dachorganisation der landeskirchlichen Gemeinschaftsbewegung in Deutschland, in Österreich und in den Niederlanden. Er ist die größte freie Bewegung im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Als Dachverband ist er der Zusammenschluss der regionalen Gemeinschaftsverbände und der mit ihnen verbundenen Werke:
- 34 regionale Gemeinschaftsverbände, zwei davon in Österreich
- 6 Jugendverbände
- 13 Bibelschulen / theologische Seminare / Hochschulen
- 6 Missionsgesellschaften
- 16 Diakonissen-Mutterhäuser
- 13 Werke mit besonderer Aufgabenstellung
- 16 diakonische Einrichtungen
Die Wurzeln der Gemeinschaftsbewegung
liegen in …
Reformation
Die zentralen Anliegen der Reformation wurden von der Gemeinschaftsbewegung aufgenommen (solus Christus, sola scriptura, sola fide, sola gratia – allein Christus, allein die Schrift, allein der Glaube, allein durch Gnade). Ebenso grundlegend erwies sich die biblisch-theologische Lehre vom Priestertum aller Glaubenden und die von Martin Luther in der Einleitung zur Deutschen Messe (1525) ausgeführte „dritte Form des Gottesdienstes“.
Pietismus
Philipp Jacob Spener, August Hermann Francke und auch Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf prägten mit ihren bedeutenden Neuansätzen, wie der geistlichen Reform der Kirchen, den „collegia pietatis“, als kleine Gruppen, die sich neben dem Gottesdienst zum Bibellesen und Gebet treffen, der Hoffnung auf bessere Zeiten, der Verbindung von Glaube, Bildung und diakonischem Handeln, dem gemeinschaftlichen und missionarischen Ansatz. Besonders in Württemberg, wo etwa Johann Albrecht Bengel wirkte, entstanden Gemeinschaften, die sich später der Gemeinschaftsbewegung anschlossen.
Erweckungsbewegung
Geistliche Aufbrüche in vielen Regionen Deutschlands und Mitteleuropas belebten die evangelische Christenheit. In Württemberg ist etwa Ludwig Hofacker, in Hamburg Johann Hinrich Wichern zu nennen. Einige der zu Gnadau gehörenden Verbände und Werke haben ihre Ursprünge in dieser Zeit.
Anglo-amerikanische Einflüsse
Ohne die besonders im Methodismus verwurzelte Heiligungsbewegung (Konferenzen in Oxford, Brighton und Keswick) und großevangelistischen Impulsen aus den Vereinigten Staaten von Amerika kann die Gemeinschaftsbewegung nicht verstanden werden. Teile ihrer Theologie, aber etwa auch ihres Liedgutes, wurden in dieser Phase geprägt.
Ein zeitlicher Überblick
1888
Die erste – sogenannte – Pfingstkonferenz der Gemeinschaftsbewegung findet im für den Dachverband namensgebenden Gnadau statt, einer Herrnhuter Siedlung in der Nähe von Magdeburg.
1897
Neun Jahre später organisiert sich die Gemeinschaftsbewegung im »Deutschen Evangelischen Verband für Gemeinschaftspflege und Evangelisation«. Erster Vorsitzender (Präses) wurde Reichsgraf Eduard von Pückler, eine der prägenden Persönlichkeiten der ersten Jahrzehnte.
1907 bis 1910
Die junge Gemeinschaftsbewegung gerät durch die aufbrechende Pfingstbewegung in eine tiefe Krise. In einem mühsamen Prozess kommt es zu schmerzlichen Trennungen und tragfähigen Klärungen.
1933 bis 1945
Schon nach wenigen schwierigen Monaten gewinnt der Gnadauer Verband seine Position an der Seite der Bekennenden Kirche und setzt sich inhaltich deutlich und konsequent von den „Deutschen Christen“ ab. Die Haltung zum Nationalsozialismus bleibt noch lange Zeit spannungsvoll und disparat.
ab 1945
In der Nachkriegszeit zerbricht die organisatorische Einheit durch die politischen Umstände. Neben dem im Westen angesiedelten „Gnadauer Verband für Gemeinschaftspflege und Evangelisation“ mit Sitz in Dillenburg bildet sich im Osten das »Evangelisch Kirchliche Gnadauer Gemeinschaftswerk in der DDR« mit Sitz in Woltersdorf bei Berlin.
ab 1989
Durch das Geschenk der Wiedervereinigung wird auch die Einheit der Gemeinschaftsbewegung wieder möglich. Die beiden Verbände lösen sich auf und ihre Mitglieder verbinden sich im 1991 neu gegründeten Verein „Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband e. V.“
ab 2003
Der Sitz der Gnadauer Zentrale wird von Dillenburg in die Mitte Deutschlands nach Kassel verlegt.
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